Berichte 2009
Revolutionäre neue Hebetechnik nach Erprobungsphase Einsatzbereit
Im Auftrag des Referats E5 (Technik) der THW-Leitung in Bonn erprobte der THW Ortsverband Viernheim ein revolutionäres neues Hebesystem. Die Erprobung dieses Systems, das durch seine niedrigen Kosten das Budget des Bundeshaushalts schont und weltweit verfügbar ist, konnte nun erfolgreich abgeschlossen werden.
Gemeinsam mit Adrian Pril von der THW-Leitung und Schorsch Erz von der Herstellerfirma präsentierte der THW Ortsverband Viernheim die leicht zu transportierende Hebetechnik heute der Weltöffentlichkeit.
Die anwesenden Fachteilnehmer aus den THW Gremien, sowie internationale Beobachter von Rettungs- und Bergungsmannschaften aus anderen Staaten waren begeistert von der Einfachheit und der Leistungsfähigkeit des neuen Systems. Bei Preisen von 1,99 € bis 2,69€ pro Hubeinheit konnte der Hersteller direkt nach der Veranstaltung bereits die ersten Systeme an das angereiste Fachpublikum verkaufen.
Seitens des Bundesregierung wurde bereits entschieden, dass mit den bereitgestellten Mitteln aus dem Konjunkturpaket II jede Bergungsgruppe des THW in Kürze mit einem der neuen Hebesätze ausgestattet wird.
Bei dem neuen System handelt es sich den neu entwickelten Raviolidosenheber. Mittels eines einfachen Werkzeugs kann hierbei ein Schlauchanschluss an der noch verschlossenen Dose angebracht werden. Über diesen wird das in der Dose enthaltene Hydraulikmedium, die Tomatensauce, abgesaugt. Die Dose faltet sich zusammen und kann unter der Last positioniert werden (siehe Foto). Über ein Steuergerät kann die Hydraulikflüssigkeit anschließend wieder in die Dose gefüllt werden, wodurch sich diese wieder aufrichtet und die Last anhebt. Bei großen Lasten können mehrere Dosen parallel geschaltet werden (siehe Foto).
Vorteile des neuen Systems sind neben den geringen Kosten vor allem die Verfügbarkeit. Raviolidosen sind in nahezu allen Ländern der Erde verfügbar. Sollten Dosen in unzugänglichen oder abgelegenen Einsatzgebieten nicht vorrätig sein, so sind sie mit dem Marschgepäck der Helfer mitzuführen. Sie stellen nach Aussage der SEELift kein Gefahrgut dar und können in Flugzeugen ohne Sicherheitsüberprüfung transportiert werden. Durch die Verwendung eines biologisch absolut problemlosen Hydraulikmediums wird zudem entscheidender Beitrag zum Umweltschutz geleistet.
Hinzu kommt, dass die Dosen nach erfolgreichem Einsatz von den Helfern oder von der Bevölkerung noch verwertet werden können. Durch die Verwendung von lebensmitteltauglichen Hydraulikschläuchen ist die in die Dose zurückgeführte Tomatensauce weiterhin für den menschlichen Verzehr geeignet. Der an der Dose befestigte Anschluss kann durch seine Konstruktion zudem als Dosenöffner verwendet werden.
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